Gesonderte Empfehlungen für allergiegefährdete Kinder?

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Was versteht man überhaupt unter einer Allergie?

Vereinfacht gesagt ist eine Allergie eine spezifische Abwehrreaktion des Körpers gegenüber an sich harmlosen Umweltbestandteilen. Normalerweise wird jeder möglicherweise schädliche Stoff, der aus der Umwelt oder Nahrung in den Körper gelangt, vom Immunsystem geprüft. Dabei werden beim gesunden Nicht-Allergiker potenzielle Allergene als harmlos eingestuft. Beim nächsten Kontakt fällt es dem Immunsystem leichter, diese Stoffe wieder zuerkennen und erneut als harmlos einzustufen. Stuft das Immunsystem den Stoff als möglicherweise gefährlich ein, dann werden spezifische Immunglobulin E Antikörper (IgE) zur Kennzeichnung gebildet.

Immunglobulin E sind verantwortlich für Allergien. Die IgE-Antikörper erleichtern das Wiedererkennen möglicher Gefahren beim nächsten Kontakt und stellen demnach eine gewisse Alarmbereitschaft des Körpers dar. Die Bildung von IgE-Antikörpern ohne Allergiesymptome nennt man Sensibilisierung. Sie richtet sich immer gegen einen ganz spezifischen Eiweißstoff, das potenzielle Allergen. Bei Personen mit einer allergischen Sensibilisierung lassen sich die spezifischen IgE-Antikörper im Blut oder an der Haut nachweisen (auch wenn der Betroffene noch keine Allergie hat). Wovon es abhängt, ob das Immunsystem sich für den Weg der Toleranz oder Sensibilisierung entscheidet, ist derzeit noch unklar und Gegenstand weiterer Forschungen. Nach heutigem Erkenntnisstand sind es zwei Faktoren, die für die Entstehung von Allergien verantwortlich sind. Zum einen die Vererbung und zum anderen Umwelteinflüsse. Sowohl Sensibilisierung als auch Toleranz sind lebenslange Prozesse des Immunsystems. Allergien können deswegen auch noch im Erwachsenenalter auftreten oder in seltenen Fällen auch wieder  verschwinden. Andererseits müssen sensibilisierte Personen nicht zwangsläufig eine Allergie entwickeln.

Gesonderte Empfehlungen für allergiegefährdete Kinder?

Für Kinder mit erhöhtem Allergie-Risiko gibt es keine speziellen Empfehlungen zur Beikost. Start der Beikost ist ebenfalls frühestens ab Beginn des 5. Monats und spätestens ab Beginn des 7. Monats. Entgegen der früheren Auffassung bietet die Vermeidung oder die spätere Einführung von Lebensmitteln, die häufig Allergien auslösen, keinen Allergie-Schutz. Es gibt jedoch Hinweise, dass der Verzehr von Fisch im ersten Lebensjahr einen schützenden Effekt auf die Entwicklung atopischer Erkrankungen hat.

Selbst gekocht oder Gläschen?

Beides hat Vorteile – Beikost selbst zu kochen oder fertig zu kaufen. Bei der Selbstzubereitung können die Eltern über Auswahl und Anzahl der Zutaten selbst entscheiden. Sie können zudem für mehr Vielfalt sorgen, was im frühen Alter eine Akzeptanz für neue Lebensmittel fördert, wie z. B. Gemüse. Auch lässt sich dann auf Salz und Zucker einfach verzichten. Die industriell hergestellte Beikost hingegen spart Zeit und Arbeit und erfüllt hohe gesetzliche Anforderungen.

Was ist mit Kuhmilch zur Beikost? Trinkmilch (Kuhmilch) ist im 1. Lebensjahr nur in kleinen Mengen zu verwenden ­ als Zutat des Milch-Getreide-Breis. Zum Trinken erhalten Säuglinge sie erst gegen Ende des 1. Lebensjahres und nur im Rahmen der Brotmahlzeiten (aus Becher oder Tasse). Sie ist nicht als Roh- oder Vorzugsmilch einzusetzen.

Was soll man beachten bei Zöliakie-Risiko?

Es wird empfohlen, mit Beginn der Beikost-Fütterung auch kleine Mengen glutenhaltiges Getreide zu füttern. Diese Maßnahme senkt das Zöliakie-Risiko um 50 %. Gluten ist dazu in kleinen Mengen einzuführen, solange noch gestillt wird. Gluten ist in folgenden Getreidearten enthalten: Weizen, Roggen, Gerste, Dinkel, Emma, Kamut, Einkorn, Hafer.

 

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