Ja, schwangere Frauen brauchen von einigen Nährstoffen deutlich mehr als sonst. Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung liefert die meisten davon in ausreichender Menge. Bei Folsäure und Jod lässt sich der höhere Bedarf in der Schwangerschaft über Lebensmittel allein nicht decken.
- Eisen
Die Empfehlung lautet, dass Schwanger auf eine ausreichende Eisenversorgung achten sollen und diese mit Ihrem Frauenarzt oder Ärztin überprüfen. - Folsäure
Tabletten mit Folsäure sollten alle werdenden Mütter mindestens die ersten 3 Monate der Schwangerschaft einnehmen. Fachleute empfehlen, ein Präparat mit 400 Mikrogramm Folsäure pro Tag zusätzlich zur ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung.
Warum brauchen Schwangere mehr Folsäure?
Das Vitamin ist für Wachstum, Blutbildung und Nervengewebe und damit für eine gesunde Entwicklung des Fötus von Bedeutung. Ab dem ersten Tag der Schwangerschaft steigt der Referenzwert für die Folatzufuhr von 300 µg auf 550 µg pro Tag. Folsäure kommt eine wichtige Rolle in der Vorbeugung von angeborenen Fehlbildungen, insbesondere Neuralrohrdefekten, zu. Das Neuralrohr, aus dem sich im Lauf der embryonalen Entwicklung das Zentralnervensystem entwickelt, schließt sich normalerweise bereits drei bis vier Wochen nach der Empfängnis.
Gute Quellen für Folsäure sind Gemüsearten wie zum Beispiel: Brokkoli, Spinat, Rosenkohl, Spargel, Tomaten und Blumenkohl. Beim Obst sind es, Kirschen und Beeren. Aber auch Hülsenfrüchte, Brot und Nudeln aus Vollkorn enthalten Folsäure.
- Jod
Achten Sie auch bei Jod in der Schwangerschaft auf eine ausreichende Aufnahme. Jodsalz bzw. Lebensmittel mit Jodsalz, zwei Portionen Meeresfisch pro Woche und regelmäßig Milch- und Milchprodukte tragen zu einer guten Versorgung bei. Nehmen Sie in der Schwangerschaft mit Jodtabletten weitere 100 (bis 150) Mikrogramm Jod pro Tag auf.
Und warum ist mehr Jod notwendig?
Jod ist unter anderem wichtig für eine gesunde geistige und körperliche Entwicklung des wachsenden Kindes. Eine gute Jodversorgung ist nicht erst in der Schwangerschaft, sondern bereits vor der Befruchtung wichtig. Deshalb sollten bereits Frauen mit Kinderwunsch zur Bedeutung von Jod beraten werden. Um eine gute Jodversorgung zu gewährleisten, sollte im Haushalt jodiertes Speisesalz eingesetzt und bei Lebensmitteln (zum Beispiel Brot, Wurst und Fleischwaren) sollten bevorzugt Produkte ausgewählt werden, die mit jodiertem Speisesalz hergestellt wurden. Jod kommt natürlicherweise auch in Meeresfisch (z. B. Schellfisch, Seelachs, Scholle und Miesmuscheln), Milch – und produkten enthalten. Eine ärztliche Rücksprache bei einer Schilddrüsenerkrankung ist in jedem Fall notwendig.